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Der Verwandtschaft auf der Spur

Unsere Erde ist und war die Heimat unglaublich vieler Lebensformen! So vieler, dass man den Überblick verlieren kann… und trotzdem… oder vielleicht gerade deshalb sind Wissenschaftler unablässig dabei, sie zu ordnen und zu klassifizieren. Durch die Evolutionstheorie Charles Darwins hat diese Titanenarbeit noch mehr Bedeutung erlangt, denn die aktuelle Klassifikation erfasst die Verwandtschaftsbeziehungen der Lebewesen zueinander und erzählt uns so ihre Entwicklungsgeschichte.

Impressum

Skript, Animation & Regie: Yannick Mahé
Design & Programmierung: Thomas Cussonneau
Entwicklung des "Abstammungsbaums": Emmanuel Grandadam
Illustrationen: Gilles Macagno
Text : Adeline André
Produktion : CNDP (2011)

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Wissenschaftlicher Experte

Guillaume Lecointre

Guillaume Lecointre

Muséum national d'histoire naturelle, Département Systématique & Evolution, Paris, Frankreich
Systematik

«Der Mensch hat schon immer versucht, das, was ihm begegnet, zu ordnen, und sei es nur, um sich darüber austauschen zu können. Man unterscheidet die Vorgänge des Sortierens, mit denen die Objekte getrennt werden, in Abhängigkeit davon, welche Merkmale sie jeweils aufweisen oder eben nicht aufweisen, und die Vorgänge der Klassifikation, mit denen die Objekte auf der Basis ihrer Gemeinsamkeiten zusammengefasst werden. In den Naturwissenschaften bedient man sich einer Reihe aufeinanderfolgender Sortiervorgänge, um einen Bestimmungsschlüssel zu erstellen. Dieser funktioniert nach dem Prinzip einer Schnitzeljagd, bei der bestimmte Fragen gestellt werden, deren Beantwortung uns zu einem Artnamen führt.

Mit den Bestimmungsschlüsseln gelangt man nicht zur Klassifikation. Sie dienen ausschließlich dazu, ein Individuum zu identifizieren, indem ihm ein Artname zugeordnet werden kann. Der Bestimmungsschlüssel selbst sagt nichts über die lebende Welt aus, er dient rein praktischen Zwecken. Im Gegenzug dazu wird die Klassifikation angewendet, um die lebende Welt nach einem erklärenden Prinzip zu organisieren. In der heutigen Naturwissenschaft handelt es sich dabei um das Prinzip der Artverwandtschaft, die durch eine Evolution in der Vergangenheit bedingt ist. Die Arten werden entsprechend ihrer gemeinsamen Eigenschaften zusammengefasst, denn seit Darwin weiß man, dass diese die Anzeichen eines bestimmten Verwandtschaftsgrads sind. In der Klassifikation heutzutage beginnt man mit der Erstellung eines phylogenetischen "Baums" oder Abstammungsbaums, der den Grad der jeweiligen Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den Arten darstellt. Hieraus wird dann die Klassifikation abgeleitet, indem den Ästen des Baums entsprechend, Gruppen in andere Gruppen verschachtelt dargestellt werden, wobei jede Gruppe einen hypothetischen Vorfahr und seine gesamten Nachkommen umfasst.»

Projektpartner

Canopé Ludwig Maximilians Universität München Centre National de la Recherche Scientifique Westfälische Wilhelms Universität Münster